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26.01.2012
Universitätsklinik für Chirurgie
MedUni Wien und AKH Wien bauen internationale Top-Position für die Versorgung mit bionischen Hi-Tech-Prothesen aus
CD-Labor gestartet - Britischer Soldat erhielt bionische Rekonstruktion
Die Medizinische Universität Wien und das AKH Wien bauen ihre Top-Position für die Versorgung mit bionischen Hi-Tech-Prothesen weiter aus: Mit Jahresbeginn wurde das Christian Doppler-Labor zur Wiederherstellung von Extremitätenfunktionen an der MedUni Wien in Betrieb genommen – und jetzt ist der exzellente Ruf von Laborleiter Oskar Aszmann und seinem Team auch bis nach England vorgedrungen: Am 24. Jänner wurde ein britischer Soldat, der im Afghanistan-Einsatz seinen rechten Arm verloren hatte, an der MedUni im AKH Wien in einer sechsstündigen Operation für eine bionische Armprothese vorbereitet.
Die Kontaktaufnahme des britischen Verteidigungsministeriums
mit den Wiener WissenschafterInnen unterstreicht die weltweite
Beachtung, die die MedUni Wien und das AKH Wien als Zentrum
für die Wiederherstellung von Extremitätenfunktionen
genießen. Chirurgen können heute durch bionische
Rekonstruktion die Anatomie von PatientInnen so verändern,
dass mechatronische Vorrichtungen die verlorene Funktion der
Gliedmaßen optimal ersetzen können. Das auf genau
diese Thematik zugeschnittene Christian Doppler-Labor, bei dem
die Otto Bock Healthcare Products GmbH, Weltmarktführer
für Technologie im Bereich Prothetik, als Unternehmenspartner
fungiert, soll die Top-Position der MedUni noch weiter untermauern.
Aszmann: "Weitere Forschungsprojekte werden zu einem intensiven
Schub sowohl in der technologischen Entwicklung als auch in
der klinischen Anwendung führen. Die Anwendung selektiver
Nerventransfers in Verbindung mit modernen Myoprothesen stellt
dieses Konzept exemplarisch dar und ist eine solide Basis für
neue Entwicklungen in der Extremitätenrehabilitation."
Den Arm am Rumpf, die Hand an der Schulter "wiederfinden"
Am 24. Jänner 2012 wurde der britische Corporal Andy Garthwaite
in einer mehrstündigen Operation am AKH Wien für eine
bionische Armprothese vorbereitet. Der 24-Jährige war vor
18 Monaten im Afghanistan-Einsatz von einer Bodenrakete schwer
verletzt worden und hatte seinen rechten Arm verloren. "Die
Herausforderung war, dass wir alle Nerven am Stumpf herauslösen
und an funktionstüchtige, neuromuskuläre Einheiten
des Rumpfes anschließen mussten. Damit schufen wir die
Möglichkeit, dass der Patient seinen Arm neurobiologisch
am Rumpf 'wiederfindet'", erklärt Aszmann. Auch Hautnerven
aus dem Halsnervengeflecht wurden so verlagert, dass der Patient
seine Hand bald im Bereich der Schulter spürt.
Der bisher Aufsehen erregendste Fall war jener von Patrick Mayrhofer,
der im Juli 2010 an der Abteilung für Plastische und Rekonstruktive
Chirurgie am AKH Wien seine eigene funktionslose Hand durch
eine bionische Hand ersetzt bekommen hat. Aszmann: "Das
markiert eine historische Grenzverschiebung, welche erstmals
die Möglichkeiten der bionischen Extremitätenfunktion
klar vor Augen geführt hat." Patricks Geschichte wurde
zum Medienereignis, von Interviewterminen mit dem britischen
Nachrichtensender BBC bis hin zu Auftritten im österreichischen
und deutschen Fernsehen – und wurde auch am Weltkongress
der Gesellschaft für Rekonstruktive Mikrochirurgie in Helsinki
im Juli 2011 sehr positiv aufgenommen.
Über die Christian Doppler Forschungsgesellschaft
Die Christian Doppler Forschungsgesellschaft (CDG) ist nach dem österreichischen Physiker und Mathematiker Christian Andreas Doppler benannt. Die nicht auf Gewinn ausgerichtete Gesellschaft bezweckt die Förderung von Entwicklungen auf den Gebieten der Naturwissenschaften, der Technik und der Ökonomie sowie deren wirtschaftliche Umsetzung und Anwendung. Sie ermöglicht es talentierten WissenschafterInnen, an renommierten Forschungsstätten, qualitativ hochwertige Forschung und Wissenstransfer, ausgerichtet auf die Wünsche und zum Vorteil der heimischen Industrie, zu leisten.
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