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"Senioren-Rose" und "Senioren-Nessel" an österreichische Journalisten überreicht

Gemeinsame Veranstaltung des Parlaments, des Österreichischen Seniorenrates und des ÖJC in Wien

Am Mittwoch, 25. Jänner 2012 wurden im Palais Epstein (Parlament) die Preisträger des Senioren-Medienpreises für 2011 bekannt gegeben. Sowohl die "Senioren-Rose" als auch die "Senioren-Nessel" wurden dabei jeweils in den Kategorien "Journalismus" und "Bild" vergeben. Auch eine besondere Anerkennung wurde erstmals ausgesprochen.

In ihren Begrüßungsworten wies Prammer auf die besondere Bedeutung der Veranstaltung im heurigen Europäischen Jahr für Aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen hin und hob die Wichtigkeit des sozialen Zusammenhalts hervor, wofür man sensibel miteinander umgehen müsse.

Seniorenrats-Präsident Dr. Andreas Khol dankte dafür, dass die Preisverleihung heuer erstmals im Parlament abgehalten werden konnte und erklärte, die Gesellschaft müsse erkennen, dass das Alter ebenso wie die Jugend mittlerweile 20 Jahre dauere, die von hoher Aktivität gekennzeichnet seien. Dem trügen die Medien nicht immer Rechnung, weshalb man diesen Preis ins Leben gerufen habe, um ein korrektes Bild der älteren Generation, die in der Gesellschaft ihre Aufgabe habe, zu transportieren.

Seniorenrats-Präsident Karl Blecha betonte die Wichtigkeit einer objektiven Berichterstattung über die ältere Generation. Ziel dieses Preises sei es, das Bild, das sich die Öffentlichkeit von Seniorinnen und Senioren auf Grund von Medienberichten mache, zurechtzurücken. Man brauche die Älteren mit ihrem enormen Potential an Erfahrung und Schaffenskraft, um die Zukunft der Jugend zu sichern. Daher wolle man allen Bestrebungen einen Riegel vorschieben, die darauf abzielen, einen Keil zwischen die Generationen treiben zu wollen, schloss Blecha.

Der Präsident des Österreichischen Journalisten Clubs, Fred Turnheim, erläuterte als Vorsitzender der Jury die Vergabekriterien des Preises als Grundlage der Entscheidung und betonte dabei, wie wichtig es sei, ein Bewusstsein für die Situation der Senioren in der Gesellschaft zu schaffen und ging in seinem Statement auch auf die Problematik der Kündigung von Arbeitnehmern in staatlichen und staatsnahen Betrieben vor Erreichen des gesetzlichen Pensionsalters ein.

Nationalrätin Mag. Gertrude Aubauer, die durch den Abend führte, stellte die weiteren Mitglieder der prominent besetzten Jury wie folgt vor, die in Folge die Preise übergaben:
Mag. Claudia Kristofics-Binder
Oswald Klotz
Mag. Christiane Laszlo
Chris Lohner
Christian Pöttler
Dr. Vera Russwurm.

Der Österreichische Seniorenrat verfolgt mit der öffentlichen Verleihung der beiden Medienpreise folgendes Ziel: Die "Senioren-Nessel" werden jenen überreicht, die in der Auswahl von Wort und Bild weiterhin mit längst überholten schablonenartig vorgefassten Meinungen arbeiten. Die "Senioren-Rose" wird an jene verliehen, die sich einer zeitgemäßen Darstellung der Lebensrealitäten der Senioren bedienen.

Die Entscheidungen der Jury:

* "Senioren-Rose" in der Kategorie Journalismus

Diese Auszeichnung ging an Mag. Johannes Kaup für das vierteilige Ö1 Radiokolleg "Nach der Pensionierung". Ausschlaggebend dabei war, dass sich der Redakteur in mehreren Beiträgen mit dem Thema befasst hat. Die bunte Mischung aus Interviews mit ganz unterschiedlichen in Pension befindlichen Menschen führte zu einem einstimmigen Juryergebnis. Die Vielfalt der Interessen älterer Menschen wurde in vorbildlicher Weise dargestellt. In Vertretung des Preisträgers, er hatte zu diesem Zeitpunkt ein Live-Sendung im Radio, übernahm sein Vater die hohe Auszeichnung, der auch einen Text mit Dankesworten verlas.

Nominiert waren auch die ZEITSCHEIBE, eine Zeitung zum Hören von Beate Stocker sowie ein Beitrag der Yachtrevue mit dem Titel "In alter Frische" von Judith Duller über eine abenteuerliche Atlantiküberquerung älterer Segler.

* "Senioren-Rose" in der Kategorie Bild

Der 1. Preis ging an das Bild von Ilse Scheibein vom Tag des Sports, das einen jungen und einen älteren Menschen beim Boxtraining abbildet. Die Juroren würdigten das Bild, das erst auf den zweiten Blick das Zusammenwirken von Jung und Alt beim Erlernen dieser Sportart gekonnt darstellt. Den Preis nahm die Fotografin selbst entgegen, die kurz das Zustandekommen des Bildes erläuterte. Der Seniorenrat wird dieses Bild in Folge kostenfrei zur Verfügung stellen.

Der 2. Preis ging an Eduard Schreiner für die Bilderserie "Partner", die einen jüngeren und einen älteren Menschen im täglichen Lernprozess und insbesondere die Generationensolidarität darstellt. Der Preis konnte aus persönlichen Gründen vom Preisträger nicht entgegen genommen werden, wird diesem aber übermittelt werden.

Weiters nominiert wurde das Bild "Jetzt wird es zum Zaunbänder machen" von Christine Schiefer.

* "Besondere Anerkennung" in der Kategorie Journalismus

Erstmals in der dreijährigen Geschichte des Medienpreises wurde eine Besondere Anerkennung ausgesprochen, die an das "Radio für SeniorInnen" aus Linz erging. Freiwilliges Engagement und die Vielfalt der Programminhalte führten zu diesem Preis, auch wenn die selbst auferlegte Eingrenzung auf eine ältere Hörerschaft nicht die volle Zustimmung der Jury fand. Der Preis wurde mit großer Freude von den Betreibern entgegengenommen und eingeräumt, dass eine Änderung des Namens bereits überlegt wurde.

* "Senioren-Nessel" in der Kategorie Journalismus

Einhellig und auch mit voller Zustimmung des Publikums ging dieser Preis an die Tageszeitung Heute für Ihre Artikelüberschrift "... und auch diese Feschaks lieben Ihre Promi-Kukident-Partner" zu Bildern von Prominenten mit ihren um einige Jahre jüngeren Partnern bzw. Partnerinnen. Nach Jurymeinung wurde die Wortwahl als verächtlich gegenüber älteren Menschen angesehen und scharf verurteilt, dass diese lediglich auf mögliche Defizite reduziert werden. Die Chefredaktion von Heute hat ihre Teilnahme bereits im Vorfeld der Veranstaltung entschuldigt, der Preis wird daher in den nächsten Tagen überbracht werden.

Weitere Nominierte waren krone.at für den Beitrag "Pensionisten sind die Klimakiller Nr.1" sowie die Zeitung Die Presse mit dem Artikel "Pensionen essen Zukunft auf" im Economist.

* "Senioren-Nessel" in der Kategorie Bild

Dieser Preis ging an den Online Kurier wegen der Verwendung eines Bildes von Reinhard Vogel zum Artikel "Weihnachtsgeld der Pensionisten kommt später". Das Bild stellt eine junge und eine ältere jeweils weibliche Figur auf einem Stoß vonEuromünzen dar, wobei sich die Münzen in Richtung der älteren Figur neigen. Siehe: http://kurier.at/wirtschaft/4151616-weihnachtsgeld-der-pensionisten-kommt-spaeter.php. Die Jury empfand die Verwendung diese Fotos zum ansonsten recht guten gelungenen Artikel als markantes Beispiel eines unpassenden Griffes in das Bilderarchiv. Kurier.at Chefredakteur Christian Skalnik, der sich aufgrund eines Pflichttermins entschuldigen musste, hieß in einer Stellungnahme die Aktion für gut und stellte sein Kommen für die nächste Preisverleihung in Aussicht, vielleicht dann ja für die Senioren-Rose.

Nominiert waren weiters das Foto von Clemens Fabry im oben genannten Artikel der Zeitung Die Presse mit einer älteren Damen vor einer Stiege wegen der unpassenden Bildunterschrift "Nach oben gehen in den kommenden Jahren die Zahlungen von Pensionen". Auch das klassische Bankerlsitzen eines älteren Paares zum Titel "Steuertipps auch für Omi und Opa" der Zeitschrift Die Exekutive erhielt eine Nominierung.

Die Preise "Senioren-Rose" und "Senioren-Nessel" sind markenrechtlich geschützt und wurden im Jahre 2011 zum dritten Mal vergeben.

Auch heuer soll es wieder die Möglichkeit geben, dass Vorschläge für die Senioren-Rose seitens Journalisten und Redaktionen aller Print- und Funkmedien in Österreich beim ÖJC eingereicht werden können. Vorschläge für die Senioren-Nessel können alle Seniorinnen und Senioren sowie Seniorenorganisationen in Österreich einreichen. Fotos von Hannes Hochmuth finden Sie auf der Website des ÖJC http://www.oejc.at/index.php?id=32&tx_ttnews[tt_news]=75&cHash=d6905434a643168728dd7902dd01f5a5 und auf der Website des Parlaments http://www.parlament.gv.at/SERV/FOTO/VER/545752/index.shtml?backurl=http%3A%2F%2Fwww.parlament.gv.at%2F


Rückfragehinweis:
Österreichischer Journalisten Club (ÖJC)
A-1010 Wien, Blutgasse 3
Tel: +43.(0)1.982 85 55
www.oejc.at

 

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