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SITTING BULL UND SEINE WELT
Ausstellung nur noch bis 15. März!
Museum für Völkerkunde
10. Dezember 2009 bis 15. März 2010
Eine Ausstellung des Museums für Völkerkunde,
Wien - Kunsthistorisches Museum
in Zusammenarbeit mit dem Übersee-Museum Bremen und dem
Museum Centre Vapriikki, Tampere
Konzept und wissenschaftliche Leitung
Christian Feest
![]() "Tatanka-Iyotanka - Sitting Bull" Rudolf Cronau Feder- und Bleistiftzeichnung, Fort Randall, 25. Oktober 1881. © Gerold Wunderlich & Co., Inc., New York |
Sitting Bull - Freiheitskämpfer,
„Heiliger Mann“, Volksverhetzer und Störenfried,
Poet und Maler, Medienstar. Ausgerechnet am 4. Juli 1876, dem 100. Jahrestag der Unabhängigkeit, erfuhr eine bestürzte amerikanische Öffentlichkeit erstmals vom „Sieger der Schlacht am Little Bighorn“. An diesem Tag war das 7. U.S. Kavallerieregiment aufgerieben worden und sein Anführer, der Volksheld George Armstrong Custer, in der Schlacht gefallen. Seit diesem Tag existiert ein zutiefst widersprüchliches Bild von Tatanka Iyotanka, dem „Sitzenden Bisonstier“. „Er sagte niemals die Wahrheit, wenn ihm eine Lüge dienlicher war“, behauptete eine der ersten Biographien, die kurz nach dem 15. Dezember 1890 erschienen war. An diesem Tag war der Hunkpapa-Häuptling in einem Feuergefecht getötet worden, als er sich seiner Verhaftung durch Mitglieder der Stammespolizei widersetzte. Fast gleichzeitig beschrieb ihn ein anderer Zeitgenosse als „das Orakel der Geheimnisse und Kenntnisse, die der Masse verborgen sind (…)“. |
![]() Sitting Bull Georg W. Scott oder R. L. Kelly Fotografie, 1883. © Denver Public Library, Denver |
Umstritten war er auch unter
seinen eigenen Leuten, die seinen Kriegsruhm anerkannten,
aber vor seinem Zugang zu den außermenschlichen Mächten
der Welt erschauerten. Am Ende lehnten sie seine Politik
der Verweigerung gegenüber den übermächtigen
U.S.A. aber überwiegend ab. Der Mann, der 1884 den Kapitalismus kritisierte („Der Weiße Mann versteht es zwar, Güter herzustellen, nicht aber, sie zu verteilen“), wird heute als Vorbild „heroischer Managementstrategien“ gefeiert. Seine spirituelle Naturverbundenheit und sein Antiamerikanismus machen ihn zum Gewährsmann aller Vorkämpfer alternativer Lebensformen. Bekanntheitsgrad und Sympathiewerte ließen ihn posthum zum Werbeträger unterschiedlicher Produkte werden. |
| Sitting Bull zählt zu den
am häufigsten porträtierten „Indianern“.
Die Keule, die er auf einer der letzten Fotografien in der
Hand hält, kennzeichnet ihn als unreformierten Krieger,
das Kruzifix um den Hals als Kandidaten für eine baldige
Bekehrung; eine dunkle Brille ist das Eingeständnis
einer teilweisen Gesichtslähmung, die ihn zunehmend
behinderte. Die Vielfalt seiner Kopfbedeckungen spiegelt
die Vielfalt seiner Rollen. Das öffentliche Gesicht
vermittelt erhabenen Ernst oder kaum verborgenen Groll,
während private Familienfotos den lächelnden Sitting
Bull zeigen, der den Frauen zugetan war und seine Kinder
und Enkel liebte. Wie kaum ein anderer verkörpert Sitting Bull bis heute die in sich widersprüchlichen westlichen Anschauungen vom „Indianer“. So ist er gleichzeitig tragisches Sinnbild einer zum Untergang bestimmten Welt und Leitfigur für alternative Lebensentwürfe in einem postindustriellen Zeitalter. |
![]() Sitting Bull David F. Barry Fotografie, 1888. © Denver, Public Library, Denver |
![]() |
Sitting
Bull und Buffalo Bill William Notman & Son Fotografie, 1885 © Library of Congress, Washington |
ÖFFNUNGSZEITEN
Museum für Völkerkunde
1010 Wien, Heldenplatz
10.12.2009 bis 15.3.2010 täglich außer Dienstag 10
bis 18 Uhr
Bibliothek
Montag, Dienstag und Donnerstag
10 bis 16 Uhr
Mittwoch 10 bis 18 Uhr
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FÜHRUNGEN
Führungen sonntags, 10 Uhr
Kinderführungen donnerstags, 15 Uhr,
im Anschluss Bastel- und Spielstationen im Mit-Mach-Saal
Führungen für Gruppen und Schulklassen nach Vereinbarung
in Deutsch und Englisch
Tel. +43 1 525 24- 5112 Christine Kaufmann
KATALOG
Katalog zur Ausstellung um € 24,90.
Vorwort zum
Katalog
"Das letzte Abendmahl"
David Bradley (Chippewa)
Acryl auf Leinwand, um 1990
Privatsammlung
LINK
Museum
für Völkerkunde, Wien
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